Ein Einführungkurs

 

Das Wichtigste ist, die Dinge bewusst einfach zu halten, besonders am Anfang. Wenn Sie diesen Rat befolgen, werden Sie in wenigen Stunden in der Lage sein, mit dem Programm zu  arbeiten. Wenn Sie erst mit der Arbeitsweise des Programms vertraut sind, können Sie wenn nötig die Dinge weiter verfeinern.

Die Daten müssen in der Reihenfolge angelegt werden, wie sie im Menü ‚Daten-Karteien’ aufgelistet sind. In den meisten Dateien besteht die Aufgabe darin, eine Anzahl von Einträgen zu machen und sie mit einem Schlüssel (einer Nummer) zu  versehen. Machen Sie sich nicht zu viele Gedanken über die Nummern. Sie können jederzeit durch eine Funktion im ‚Allgemein/Datenpflege/Renummerieren’ - Menü geändert werden. In jeder Datei sollten Sie die Hilfe-Funktion benutzen (F10), damit Sie in etwa wissen, welche Eingaben in den Feldern erwartet werden. Bei den meisten Feldern ist das einleuchtend, aber einige Felder benötigen eine kleine Erklärungshilfe.

 

Wenn Sie eine Datei zum ersten Mal öffnen, ist sie leer und bereit, die erste Eintragung zu erhalten. Wenn eine Zeile in der Datei nach oben oder untern verlassen wird, wird der Inhalt der Zeile sofort gespeichert. Sie können neue Zeilen einfügen mit der Taste F4 oder indem Sie unter die letzte Zeile springen mit der Taste [Pfeil unten]. Wenn Ihnen die Größe eines Fensters nicht gefällt, ändern Sie es einfach, indem Sie mit der Maus am Rahmen des Fensters ziehen. Wenn ein Fenster durch einen grünen Balken in eine obere und untere Hälfte unterteilt ist, können Sie den Trennbalken ebenso verschieben. Alle Fenster können auf den Bildschirm mit der Maus an der Kopfzeile verschoben werden. Einträge von Dateien enthalten ein Kontext-Menü, das man durch Klicken der rechten Maustaste aufrufen kann. Kontext-Menüs zeigen Funktionen wie Kopieren, Einfügen oder Massenbearbeitung sowie andere Möglichkeiten zur schnellen Dateneingabe abhängig von der jeweiligen Datei.

 

 

Die Stammdaten

 

Die Gärtnerei-Kartei ist z.B. wichtig für die richtige Heizkostenberechnung. Hier sind Felder, die zusätzliche Erklärung bedürfen. Schauen Sie in die Online-Hilfe. Sie können die Datei überspringen, aber dann werden nur die nicht kostenrelevanten Dinge richtig berechnet, wie z.B. die Flächenbelegung.


Überspringen Sie die Gewächshaus-Kartei. Die Kartei dient als locker verbundene Grundlage für die Flächenberechnung in der Abteilungsdatei und wird nicht benötigt.

 

Die Abteilungs-Kartei ist wichtig. Die Abteilung stellen die Planungseinheiten im Programm dar. Sie benötigen mindestens eine Abteilung, welche in diesem Fall den ganzen Betrieb darstellt. Das ist wahrscheinlich etwas zu einfach. Unterscheiden Sie eine Vermehrungsabteilung, eine Mutterpflanzenabteilung und eine oder mehrere Abteilungen für die Fertigpflanzenproduktion. Wenn es keinen Unterschied ausmacht, ob Pflanzen in das eine oder das andere Haus gestellt werden, sollten diese beiden Häuser zu der gleichen Abteilung gehören, jedenfalls solange andere Überlegungen nicht dagegen sprechen. Zwei Häuser mit unterschiedlicher Ausstattung z.B. beim Assimilationslicht sollten besser nicht zu der gleichen Abteilung gehören. Zu Beginn werden lediglich die Angaben für die Brutto- und die Nettofläche für jede Abteilung benötigt.

 

Die Arbeitsgang-Kartei enthält alle Arbeitsgänge an Kulturen, die bei der Planung berücksichtigt werden sollen. Beginnen Sie mit den Arbeitsgängen für  das Starten, Rücken, Packen, Verkaufen und für Pflege. Sie können später jederzeit die Arbeitsgänge in Teil-Arbeitsgänge aufteilen. Z.B. Der Arbeitsgang Starten kann unterteilt werden in Töpfe füllen, Aufstellen der Töpfe und Stecklinge in Töpfe stecken. Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie der Planung auf dieser detaillierten Ebene beginnen.  Machen Sie sich bewusst, das die Normzeit für jeden Arbeitsgang nur als ein Vorschlag bei der Dateneingabe in der Satz-Datei genutzt wird. Hinweis: Wenn Sie den ‘Typ’ für das Zusammenrücken auswählen, nehmen sie nicht einen der Verkaufstypen, es sei denn, das Zusammenrücken erfolgt während der Verkaufsphase einer Kultur. Die Arbeitskosten für das Zusammenrücken werden denjenigen Pflanzen zugewiesen, die noch nicht verkauft sind und der richtige ‘Typ’ ist deshalb ‘Start’.

Die Material-Kartei enthält die verschiedenen Töpfe, Substrate, Verpackungen etc., die im Betrieb verbraucht werden. Geben Sie die Materialien ein, in dem Sie den Materialtyp auswählen und jedem eine Nummer zuweisen.


Bis hierhin hatten die eingegebenen Informationen nur wenig Zusammenhang. Dies erklärt sich daraus, dass die o.a. Dateien die Grundlage für alles weitere im Programm bilden. Wenn Sie die Eingaben der Basisdaten abgeschlossen haben, brauchen Änderungen nur noch hier vorgenommen werden, bspw. wenn ein neues Material aufgenommen wird oder sich ein Preis ändert.

 

 

Die Kultur-/Satz-Kartei

 

In der Kultur-Kartei werden die Dinge etwas komplexer. Auf den ersten Blick sieht die Kulturdatei aus wie die anderen Betriebsdaten, aber jetzt werden wir die Informationen nutzen, die in ihnen gespeichert sind. Die Kulturdatei steht in enger Verbindung mit der Satzdatei. In der Kulturdatei sind die Daten gespeichert, die unabhängig von der Zeit für eine Kultur gebraucht werden. Dagegen werden Informationen, die abhängig vom Kulturbeginn sind, in der Satzdatei gespeichert werden..

 

Zu Anfang legen Sie eine Kultur an, indem Sie ihr eine Nummer und eine Bezeichnung geben und dann speichern . In der Tabelle ‚Allgemein’ geben Sie die Zeit für Pflegearbeiten während der gesamten Kulturzeit und die Nummer des Arbeitsganges ein. Geben Sie eventuelle eine Lizenzgebühr ein. Klicken Sie danach die Tabelle ‚Preise’ und geben Sie die erwarteten Verkaufspreise in die Tabelle ein. Seien Sie sich bewusst, das die Verkaufspreistabelle eine Erwartung ausdrückt, so dass es nicht notwendig ist, einen neuen oder nur geringfügig geänderten Preis in jede Woche einzutragen. Geben Sie stattdessen einen geeigneten Durchschnittspreis für mehrere Wochen ein. Dies geschieht durch Eingabe der ersten Woche des Intervalls in dem Feld ‘Von Woche’. Überspringen Sie das Feld ‚Bis Woche’, indem Sie es freilassen und geben Sie abschließend den erwarteten Verkaufspreis ein. Wiederholen Sie dies in den nächsten Zeilen für jedes Preisintervall. Klicken Sie auf die Tabelle Materialien und geben Sie die Materialien ein, die für alle Sätze dieser Kultur benötigt werden. Normalerweise ist das ein bestimmter Topf , ein Substrat und ein 12-Loch-Tray und vielleicht eine Tüte.

 

Als nächstes müssen Sie Daten der Kulturabschnitte in die Satzdatei eingeben. Die Satzdatei wird durch Drücken von [Ctrl-Enter] oder [Ctrl-F3] aus der Kulturdatei aufgerufen, oder durch Klicken des Satz-Symbol in der Kopfzeile des Eingabefensters.


In der Satz-Kartei wird der Ablauf der Kultur festgelegt. Die Sätze werden (wie Verkaufspreise) für Wochenintervalle definiert. Starten Sie, indem Sie ein Satzintervall anlegen, das alle benötigten Abschnitten enthält. Dies geschieht durch Eingabe der Startwoche und der Endwoche eines Intervalls, dessen Sätze alle den gleichen Verlauf haben. Geben Sie die Anzahl der Stecklinge und den Preis pro Steckling ein. Danach müssen die einzelnen Abschnitte im unteren Teil des Fensters beschrieben werden. Die vier wichtigsten Felder sind die ‚Dauer Wochen’ (Dauer in Wochen), ‚Stck Pl/ m²’ (Anzahl Pflanzen pro Quadratmeter), ‚Ausfall (%)’ und ‚Verkauf (%)’. Sie können die Abschnittsbezeichnung überspringen. Sie dient lediglich zur genaueren Beschreibung..

 

In der folgenden einfachen Beschreibung eines Kulturablaufs wird angenommen, das die Pflanzen zunächst 5 Wochen ungerückt stehen, danach gerückt und für 5 Wochen weiterkultiviert werden, um abschließend über einen Zeitraum von zwei Wochen verkauft werden. Nach der ersten Verkaufswoche werden die Pflanzen zusammengerückt, um neue Fläche verfügbar zu machen.

 

Der erste Abschnitt ist die Startphase und Sie müssen die Dauer (= 5) des ungerückten Abschnitts im Feld ‚Dauer Wochen’ eingeben. Im Beispiel sollen die Pflanzen in 10 cm Töpfe getopft werden. Geben Sie die Nr. ‚109’ in das Feld ‚Stck Pl/m²’ ein. Geben Sie die Zahl ‚2’ in das Feld ‚Ausfall (%)’ ein, da angenommen wird, dass 2 % der Pflanzen wegen schlechter Qualität vor dem Rücken aussortiert werden. Im ersten Feld für Arbeitsgänge ‘Ar 1’ geben Sie die Nummer der Startarbeit ein (‚3’ für Topfen). Im Feld ‚Arb 1’ (Arbeitsleistung) geben Sie die Normalarbeitszeit für diesen Abschnitt an, sofern Sie vom vorgeschlagenen Wert abweicht (‚250’ für Arbeitsleistung 250 Stück/Stunde).

 

Im zweiten Abschnitt geben Sie die Dauer (=7), die Anzahl der Pflanzen pro m² nach dem Rücken (=47), die Arbeiten- Nr. für das Rücken und die dazugehörige Arbeitsleistung als Normzeit ein.

 

Nun ist es Zeit für den Verkaufsabschnitt. Wie schon erwähnt, gibt es ein Zusammenrücken nach der ersten Verkaufswoche. Dazu müssen wir den Verkaufsabschnitt in zwei Abschnitte unterteilen mit einer Dauer von jeweils einer Woche. Dafür geben Sie in der nächsten Zeile bei Dauer eine Woche ein und behalten Sie die Anzahl der Pflanzen pro m² von 47 aus der Zeile davor. Im Feld ‚Verkauf %’ geben Sie die Zahl ‚70’ ein für die Annahme, dass 70 % der verbliebenen Pflanzen in der ersten Woche verkauft werden. Geben Sie die Nummer für die Verkaufsarbeit (Packen) zusammen mit der dazugehörigen Arbeitsleistung ein. In der nächsten Zeile geben Sie bei Dauer wieder 1 Woche und behalten Sie die Anzahl Pflanzen pro m² aus der vorherigen Zeile. In Feld ‚Ausfall (%)’ geben Sie ‚10’ und im Feld ‚Verkauf (%)’ geben Sie ‚90’ ein. Das bedeutet, dass von den ungefähr verbliebenden 28 % ( ≈ 100% – 2% – 70% der ursprünglich gestarteten Pflanzen, noch 10 % wegen schlechter Qualität aussortiert und die restlichen Pflanzen verlauft werden. Obwohl ein Ausfall von 10 % hoch erscheint, sind es tatsächlich nur ungefähr 3 % von der Startmenge des Satzes, da die meisten Pflanzen bereits in der Zeile darüber verkauft wurden.

Wiederholen Sie die Eingabe für die Verkaufsarbeit  mit der entsprechenden Arbeitsleistung und ergänzen sie die Nummer der Arbeit für das Zusammenrücken und deren Arbeitsleistung. In der Informationstabelle am unteren Ende der Tabelle können Sie die eingegebenen Werte  überprüfen, da sie hier auf der Grundlage einer Startmenge von 1000 Pflanzen berechnet werden.

 

Wechseln Sie jetzt wieder zur oberen Hälfte des Eingabefensters und beginnen Sie mit der Eingabe des nächsten Satzintervalls. Bei der Eingabe eines neuen Intervalls wird eine Kopie der Abschnittszeilen des vorherigen Satzes erstellt. Normalerweise sind die einzigen Änderungen, die an dieser Kopie gemacht werden müssen, die Angaben zur Dauer der Abschnitte in ein oder zwei Zeilen. Wiederholen Sie das Erstellen von weiteren Satzintervallen bis Sie ein Jahr voll haben. Auch wenn Sie nicht beabsichtigen, einen Satz in jeder Woche des Jahres beginnen zu lassen, sollten sie über das Jahr kontinuierliche Satzintervalle anlegen.  Es wird kein Satz begonnen, solange Sie es nicht ausdrücklich in der Planungsdatei angeben. Eine Definition von allen möglichen Sätzen erlaubt eine größere Flexibilität, wenn Änderungen des Planes vorgenommen werden müssen.

 

Sie haben jetzt eine vollständige Beschreibung einer Kultur mit Verkaufspreisen, Abschnittsdaten  und allen benötigten Informationen. Machen Sie jetzt erst eine Kulturanalyse im Menü ‚Analysen’, um zu überprüfen, ob die eingegebenen Daten plausibel sind. Fehlerhafte Ergebnisse zeigen einen Eingabefehler oder ein Missverständnis an. Seien Sie sich bewusst, dass Sie sämtliche relevanten Daten in der Gärtnerei-Datei eingegeben haben müssen, um eine korrekte Kultur-Analyse zu erhalten. Da nichts langweiliger ist, als Eingaben zu wiederholen, sollte die jetzt überprüfte Kultur als Vorlage für ähnliche Kulturen dienen. Wenn sich eine neue Kultur nicht zu sehr unterscheidet, ist es leichter, die Kopie einer vorherigen Kultur zu modifizieren als sie komplett neu einzugeben. Um eine Kopie zu erstellen drücken Sie einfach [F6] innerhalb der Kulturdatei.

 

 

Planung

 

Nun sind alle Vorraussetzung für die Erstellung eines Anbauplan gegeben und der aktuelle Plan kann in der Planungs-Kartei erstellt werden. Die Eingabe der Sätze ist jetzt einfach. Geben Sie die Kultur-Nummer, die Startwoche und die Startmenge im oberen Teil des Eingabefensters ein.  Danach machen Sie im unteren Teil des Fensters die Angaben, wo die Pflanzen in jedem einzelnen Abschnitt stehen sollen, indem Sie die richtige Abteilungsnummer angeben. Die Planungsdatei bietet verschiedene Möglichkeiten, um große Menge von Informationen einzugeben. Klicken Sie die rechte Maustaste und sehen Sie die möglichen Funktionen im Kontextmenü.


Der obige Einführungskurs erklärt auf die einfachste Weise, wie die Dinge erledigt werden. Einige Frage sind bewusst ausgelassen worden, aber wenn Sie das Voranstehende abgeschlossen haben, haben Sie den Grundstock, auf den Sie den fehlenden Stoff aufbauen können. Sie müssen natürlich wissen, wie Sie schwierigere Dinge darstellen können, wenn Sie das Programm auf Ihr Anbauprogramm anpassen wollen. Es ist aber nicht das Ziel dieses Einführungskurs, alle Wege zu erklären, wie die Dinge dargestellt werden können und alle Tricks, die angewendet werden können, um ein bestimmtes Anbauproblem zu lösen. Sie werden die Online/Hilfe und das Anwenderhandbuch  zu Rate ziehen müssen, um zu verstehen, wie GartPlan richtig funktioniert.

Sie können sich ein Kopie des Anwenderhandbuchs ausdrucken lassen. Im Hilfe-Menü  klicken Sie Anwenderhandbuch, um es als Word-Dokument ganz oder teilweise auszudrücken. Tun Sie sich selbst einen Gefallen und studieren Sie das Kapitel über die Tastenkombinationen, da dies die Arbeit mit dem Programm erheblich vereinfacht.